Verloren in der Illusion

Irgendwo im Nirgendwo. Wenn die Grenzen von Räumen sich in Strukturen verlieren, klingt das erst mal verwirrend und rätselhaft, aber auch spannend. Denn das Spiel mit der Orientierung und der visuellen Irreführung auf ganz unterschiedliche Art ist von jeher eine beliebte Möglichkeit der Unterhaltung, setzt sie doch scheinbar jegliche Naturgesetze außer Kraft und ermöglichen sowohl das Eintauchen in eine Traumwelt als auch das Überprüfen der eigenen Wahrnehmung.

Mit „Willkommen im Labyrinth. Künstlerische Irreführungen“ zeigt das Marta Herford vom 23. Juni bis 23. September sechs großformatige Rauminstallationen, die das Museumsgebäude zum Teil tiefgreifend verändern und eröffnet so ein sinnliches Erlebnis ganz eigener Prägung.

Originell ist das allemal, vor allem, wenn man die Illusion mag und sich auch sonst gern jeder Herausforderung von Jahrmarkt- bis Maisfeld-Labyrinth stellt. Und wo bleibt der künstlerische Aspekt? Zunächst in den Namen: Die britische Künstlerin Anne Hardy etwa ist vertreten, auch der österreichische Multimedia-Künstler Peter Kogler und die Japanerin Chiharu Shiotas, die mit ihren Wollfäden ganze Objekte und Räume in Netze einspinnt. Aber auch die Symbolik eröffnet Interpretationsmöglichkeiten – geht es doch neben der sinnlichen Körpererfahrung auch um die Frage nach (Lebens)Wegen, Sackgassen, Schein und Sein, Realität, Wahrnehmung und Zwischenwelten. Warum sich also nicht einfach mal verlieren in der Illusion?


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