Maria Lassnig: Selbstporträt hinter Gitter, 1976 (Ausschnitt)
Maria Lassnig: Selbstporträt hinter Gitter, 1976 (Ausschnitt) -© Maria Lassnig Stiftung

Maria Lassnig. Die Sammlung Klewan

Wer sich in der vergangenen Woche nicht von dem – zugegeben, etwas bissigen – Beitrag zu den „TALKING HEADS“ hat abschrecken lassen, der wird sicherlich auch diesmal allen gut gemeinten Empfehlungen zum Trotz „Maria Lassnig. Die Sammlung Klewan“ in der Staatsgalerie Stuttgart besuchen. Und das ist auch in Ordnung. Man muss Maria Lassnig nicht mögen, aber man darf es. Und dass sie als eine der größten Malerinnen des 20. Jahrhunderts gehandelt wird, mag zumindest so manch boshaftem ART|DATES-Redakteur den Wind aus den Segeln nehmen. Der österreichische Sammler Helmut Klewan jedenfalls hat die außergewöhnliche Kunst von Maria Lassnig früh erkannt (und ist ART|DATES damit wohl einen großen Schritt voraus). Er sammelte über die letzten 30 Jahre fleißig ihre Bilder, Zeichnungen, Aquarelle und Drucke und stellte sie auch als einer der ersten in Deutschland aus.

Lassnig lässt nicht locker

Die Bilder, so verstörend sie manchmal sein mögen, hinterlassen beim Betrachter zumindest einen bleibenden Eindruck, denn ihre „Körperbewusstseinsbilder“ blicken in ihr Innerstes, offenbaren schonungslos Ängste, physische Empfindungen, Sexualität und Gewalt. Manchmal ernsthaft, manchmal humoristisch, zeigt sie damit oft mehr, als der Betrachter sehen möchte oder aushalten kann. Vielleicht liegt ja darin der Schlüssel zu ihrem späten Erfolg. Wenn Sie sich also sagen: „Ich pfeiff‘ auf die boshaften ART|DATES-Empfehlungen und mach’s wie der Klewan, ich lass‘ mich auf die Lassnig ein!“, dann bietet ihnen die Staatsgalerie Stuttgart vom 14. März bis 28. Juli die Gelegenheit dazu. Die Ausstellung „Maria Lassnig. Die Sammlung Klewan“ zeigt zehn Gemälde und rund 70 Zeichnungen, Aquarelle und Druckgraphiken sowie einige Fotografien mit der Künstlerin aus allen Schaffensphasen. Den Schwerpunkt bilden die 1960er Jahre, also die Zeit der Studentenrevolten, des Aufbruchs, der Emanzipation. Eine Zeit, in der sich Maria Lassnig den Weg als Frau in die Kunstwelt hart zu erkämpfen versuchte und dabei, wie die Bilder vermuten lassen, oft alles andere glücklich war. Das wollen Sie sehen? Gut, gehen Sie ruhig hin! Aber beschweren Sie sich danach nicht bei uns!

Was?Maria Lassnig. Die Sammlung Klewan
Wo? – Staatsgalerie Stuttgart | Link zur Ausstellung | Aktuelle Kunstausstellungen in Stuttgart
Wann? – Ausstellung vom 14.03.2019 bis zum 28.07.2019