Max Beckmann: Familienbild, 1920, The Museum of Modern Art, New York, Schenkung Abby Adrich Rockefeller, 1935, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Photo: Scala, Florence/The Museum of Modern Art
Max Beckmann: Familienbild - © VG Bild-Kunst, Photo: Scala, Florence/The Museum of Modern Art

Museumsvorschau (08/2018): Max Beckmann in Potsdam

Die Welt als Theater und die Wirklichkeit irgendwo dahinter. Es sind die bunten Inszenierungen von Varieté, Theater und Zirkus, die das Werk Max Beckmanns maßgeblich prägen.

Doch seine Figuren können trotz aller Farbenpracht vor und hinter den Kulissen nicht über sich hinauswachsen, wie ihre großen Rollen in den Opern und Dramen. Beckmann versteht es, ihr armseliges Dasein als freudlose Schauspieler in Szene zu setzen, deren unendliche, bunte Welt durch die düstere Realität, den Schrecken des Krieges und starke, schwarze Konturen doch so begrenzt und beschnitten ist. Sie brillieren nicht als überzeugende Darsteller tragischer Helden, unglaubliche Artisten oder anmutige Tänzerinnen. Vielmehr wirken sie wie eine Parodie der Schauspieler, die sie selbst so gerne wären.

Beckmanns Werk beeindruckt; es zeigt das Verlorensein der Protagonisten, die Inszenierung als traurigen Vorhang, der das Fenster der Wirklichkeit verhüllen soll. Aber die triste, graue Welt am Rande des Abgrundes – Beckmann floh 1937 aus Nazideutschland ins Exil – scheint immer hindurch. Zunächst noch der Neuen Sachlichkeit nahestehend galt der Künstler schon bald als Expressionist, der früh international Beachtung fand. Dem Betrachter präsentiert sich eine bunte Welt der Maskerade, die zugleich ein schonungsloser Kommentar des Zeitgeschehens ist.

Das Potsdamer Museum Barberini zeigt die Ausstellung „Max Beckmann. Welttheater“ mit 112 Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen sowie Privatsammlungen vom 24. Februar bis 10. Juni 2018.

Ausstellungseröffnung der Woche:

Was?Max Beckmann. Welttheater
Wer? – Maler & Grafiker Max Beckmann
Wo?Museum Barberini | Potsdam | Deutschland
Wann? – Ausstellung vom 24.02.2018 bis zum 10.06.2018
Wieso? – Die Ausstellung versammelt 112 Leihgaben aus deutschen und internationalen Museen und Privatsammlungen wie der Nationalgalerie Berlin, der Stiftung Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, dem Museum Ludwig, Köln, der Tate, London und dem Saint Louis Art Museum. Unter den gezeigten Werken sind auch zwei großformatige, bisher kaum in Europa präsentierte Triptychen aus amerikanischen Sammlungen.
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