Frühes Werk und intime Gedanken

Ein Gemälde des Schweizer Malers Ferdinand Hodler erzielte am 5. Juni 2007 bei einer Auktion von Sotheby’s mit 10,9 Millionen Schweizer Franken den höchsten Preis, den je ein Gemälde eines Schweizer Malers erreichte. Und wer sich einmal mit dem Werk des Künstlers beschäftigt hat, der versteht auch, warum. Hodler gilt als einer der wichtigsten Maler des Symbolismus; er thematisierte den Kontrast von Jugend und Alter, Leben und Tod, Tag und Nacht; fertigte Portraits und unzählige Selbstportraits an und beeindruckte ebenso mit seinen Landschaftsbildern, die mit den Jahren immer expressionistischer wurden.

So sehr sein unkonventioneller, anfangs realistischer, später aber symbolistischer Blick auf seine Umwelt begeistert, so sehr verstört er auch. Hodlers Bilder sind opulent, ungeschönt und gerade dadurch schön. Einige verzücken, andere sind wie ein Unfall: Man kann sich einfach nicht abwenden, auch wenn bei vielen Motiven Schrecken oder Schwermut, Krankheit und Tod mitschwingen. Man muss hinsehen und lässt sich schließlich mitreißen.

Anlässlich des 100. Todesjahres des großen Schweizer Künstlers präsentiert das Kunstmuseum Basel mit „«Mein lieber Hodler!». Dokumente aus dem Archiv von Carl Albert Loosli“ vom 12. Juni bis 14. Oktober eine Auswahl selten ausgestellter Frühwerke Hodlers aus der eigenen Sammlung und stellt ihnen Dokumente aus dem lange Zeit unzugänglichen Hodler-Archiv seines langjährigen Freundes Carl Albert Loosli zur Seite. Diese sind zum ersten Mal öffentlich zu sehen und lassen den Besucher einen kleinen Blick in die Seele des großen Meisters werfen.

Kategorie: Kunst zum Betrachten, Kunstausstellung, Kunstmuseum
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Julia arbeitet seit 2001 als freischaffende Künstlerin und ist bei der Organisation zahlreicher Veranstaltungen und Ausstellungen beteiligt. Ihre großen Leidenschaften neben der Kunst sind englische Krimis, Comic-Strips und die mediterrane Küche.


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