Ernst Ludwig Kirchner: Margreth, Dorothe und Elsbeth Rüesch vor der Scheune neben dem Wildbodenhaus, ca. 1925, Dorothe und Elsbeth Resch (Ausschnitt)
Ernst Ludwig Kirchner: Margreth, Dorothe und Elsbeth Rüesch vor der Scheune neben dem Wildbodenhaus, ca. 1925, Dorothe und Elsbeth Resch (Ausschnitt) - Kirchner Museum Davos

Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf

Expressionist? Nein, so wollte Ernst Ludwig Kirchner zu Lebzeiten nicht genannt werden. Die Brücke? Darauf wollte er – als Mitbegründer derselben – bloß nicht angesprochen werden. Vorbilder? Wehe, ihm wurde unterstellt, welche gehabt zu haben. Es war für Weggefährten, Mitmenschen und Geschäftspartner nicht sonderlich schwer, den Zorn des egozentrischen, drogenabhängigen und oft regelrecht bösartigen Malers auf sich zu ziehen. Er galt als schwierig und kämpfte sein Leben lang um Anerkennung und gegen seine Morphiumsucht; er beleidigte, er wütete, aber er war auch unglaublich produktiv. Neben seinen wichtigen expressionistischen Gemälden entstanden zahlreiche Skulpturen, Druckgrafiken und – das war tatsächlich außergewöhnlich – Fotografien. Er gilt somit als einziger expressionistischer Künstler, der sich ernsthaft mit der Fotografie beschäftigte.

Von der Brücke zur Fotografie

Als Fotokünstler hätte sich vermutlich niemand getraut, ihn zu bezeichnen; auch er selbst verstand sich nicht als solcher. Dennoch hinterließ er etwa 1300 Glas- und Zellulose-Negative, ein Konvolut von Vintage-Prints sowie gebundene Fotoalben mit Aufnahmen seiner Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen und Druckgrafiken. Und diese geben spannende, teils auch private Einblicke in das Leben des jungen Mannes; zeigen sein Atelier, seine Lebensgefährtin, aber auch Alltagsgegenstände, Landschaften und Portraits. Sie sind somit gleichermaßen interessante historische Zeitzeugnisse wie auch kleine Fenster in Kirchners Welt; dokumentieren sein Schaffen, sein Werk und die Bedingungen, unter denen es entstand. Vom 2. März bis zum 16. Juni zeigt das Museum der Moderne Salzburg „Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf“ und versammelt hierzu rund 300 Fotografien unterschiedlichster Genres. Als außergewöhnlicher Blick durch die Augen (und die Linse) eines außergewöhnlichen Künstlers also unbedingt sehenswert!

Was?Ernst Ludwig Kirchner. Der Maler als Fotograf
Wo? – Museum der Moderne | Link zur Ausstellung | Aktuelle Kunstausstellungen in Salzburg
Wann? – Ausstellung vom 02.03.2019 bis zum 16.06.2019


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