Anton Graff, Jugendliches Selbstbildnis (Ausschnitt)
Anton Graff, Jugendliches Selbstbildnis (Ausschnitt) - Gemäldegalerie Alte Meister - © SKD, Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut

Anton Graff (1736–1813). Porträts

Endlich mal wieder Kunst. So richtige Kunst, selbsterklärend, mit einem gewissen handwerklichen Können und ganz ohne die bizarr dargestellten Befindlichkeiten der verzweifelt-zerrissenen Künstlernatur. Hier ist keine umfangreiche Erläuterung notwendig, die dem geistig minderbemittelten Betrachter erklären soll, warum ein rotes Viereck unglaublich radikal und gleichzeitig ziemlich philosophisch ist. Nein, die Bildtitel geben einfach Aufschluss darüber, wen der Schweizer Maler Anton Graff da portraitiert hat. Nicht mehr und nicht weniger.

Meisterliches in Dresden

Als Kurfürstlich-Sächsischer Hofmaler schuf er die offiziellen, spätbarocken Standesportraits der sächsischen Herrscher, hielt aber als Auftragsmaler auch ein aufstrebendes Bürgertum von aufgeklärter Gesinnung fest. Und doch schaffte er nicht nur das bloße Abbild der Dargestellten, denn Zeitgenossen urteilten bereits damals, Graff schaue bis in das »Innere der Seele«, er »male nicht den Leib, sondern den Geist«. Darüber hinaus dokumentierte er in den Selbstportraits neben dem eigenen mentalen und physischen Zustand auch seine künstlerische Entwicklung.

Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden besitzt rund 50 Werke von Anton Graff. Vom 13. März bis 16. Juni gibt die Studio-Ausstellung in zwei Räumen mit einer repräsentativen Auswahl von rund 25 Ölgemälden einen Überblick über seine Portraitkunst. Und nach der Reinigung und Restauration offenbaren die ebenfalls gezeigten zwei Selbstbildnisse sogar noch viele neue Details. Endlich mal wieder Kunst. Die Alten Meister tragen ihre Bezeichnung eben zurecht.

Was?Anton Graff (1736–1813). Porträts
Wo? – Gemäldegalerie Alte Meister | Link zur Ausstellung | Aktuelle Kunstausstellungen in Dresden
Wann? – Ausstellung vom 13.03.2019 bis zum 16.06.2019


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